Der Malteser Spirit an unseren Schulen

Konzept, Kultur & Spirit

Konzept der Malteser Schulen

Die Malteser Einrichtungen im Bereich Schule zeichnen sich alle dadurch aus, dass eine einheitliche Grundausrichtung erkennbar gelebt wird. Basierend auf dieser Grundausrichtung hat jede Einrichtung viele Freiheiten in der individuellen Gestaltung des Zusammenlernens und Zusammenlebens. Diese Förderung der Individualität pflegen die Malteser Werken in allen Arbeitsbereichen.

Leitlinien.

Leitlinien.

An allen Schulen in Trägerschaft der Malteser Werke bilden die "Leitlinien für Bildung und Erziehung an Malteser Gymnasien" die Grundlage für die Ausrichtung des Schulbetriebs und den Schulvertrag, der bei Eintritt in die Schule mit allen Familien geschlossen wird. Die Kernbotschaft kommt in den beiden folgenden Paragraphen zum Ausdruck: „Das christliche Welt- und Menschenbild ist Grundlage von Bildung und Erziehung an den Malteser Gymnasien. Es durchdringt alle Unterrichtsfächer. Glaube und kirchliches Leben prägen den Bildungs- und Erziehungsprozess.“ Und „Malteser Gymnasien haben das Ziel, ihre Schüler ganzheitlich zu bilden und zu erziehen, Schüler als einzelne Persönlichkeiten zu behandeln und ihnen Freude am Leben in einer christlichen Gemeinschaft zu vermitteln. An Malteser Gymnasien sollen die Schüler lernen, im Vertrauen auf Gott ein Leben aus dem Glauben zu führen und sich in einer pluralen Gesellschaft und Welt als Christ zu verhalten.“

Malteser Schulen nehmen Schülerinnen und Schüler unabhängig vom Glaubensbekenntnis auf. Jeder kann aufgenommen werden, sofern der Schulvertrag anerkannt wird. An den Malteserschulen lernen katholische, evangelische, ungetaufte, muslimische und jüdische Schülerinnen und Schüler zusammen.
 

Schulleitung.

Schulleitung.

Auch aufgrund ihrer langen Historie wissen die Malteser um die Bedeutung der Führungspersönlichkeiten in ihren Schulen. Ihnen kommt eine zentrale Rolle für die Gestaltung und Weiterentwicklung der jeweiligen Schule in allen Belangen zu. Die Schulleitungen stehen in regelmäßigem Kontakt zur Schulabteilung der Malteser Werke. Sie nehmen an Treffen der Schulleitungen der Malteserschulen und aller Führungskräfte der Malteser Werke teil. Die Auswahl der Führungspersönlichkeiten trifft die Geschäftsführung der Malteser Werke zusammen mit Vertretern der jeweiligen Schulkuratorien und Schulkonferenzen. Der persönlichen Eignung kommt dabei neben der fachlichen Qualifikation eine große Bedeutung zu.

Leitsätze und Hausordnung.

Leitsätze und Hausordnung.

Auf Basis der Leitlinien der Malteser Gymnasien erstellt jede Schule ihre individuellen pädagogischen Leitsätze und die Hausordnung.

Spiritualität

Katholisch.

In einer Zeit zunehmender Ökonomisierung und Globalisierung bedarf es Schulen, die neben der notwendigen Wissensvermittlung (gerade) auch Haltungen wie Gemeinschafts- und Verantwortungsdenken wieder neu beleben und für einen Lebensstil werben, der diese Felder unterstützt und Möglichkeiten zu ihrer Einübung anbietet. In diesem Zusammenhang können Sozialpraktika und caritative Engagements sowie Projekte, die im Rahmen der Aktivitäten der Schulpastoral durchgeführt werden, nicht hoch genug eingeschätzt werden. Je stärker sich katholisch getragene Schulen in ihren Glaubens-, Lebens- und Werthaltungen, sowie auch den dazugehörigen ästhetischen Ausdrucksformen profilieren, desto stärker werden sie nachgefragt und stellen eine Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit dar. Daher würde sich eine Schule in katholischer Trägerschaft sehr gut in das Schulangebot Frankfurts einfügen.

Das Markenzeichen einer katholischen Schule ist ihr christliches Profil und gelebter Glaube. Sie gründet auf dem Leitbild des von Gott geschaffenen, geliebten und erlösten Menschen. Dieser hohe Anspruch ist eine Herausforderung an alle Mitglieder der Schulgemeinde: an Schülerinnen und Schüler, an Eltern, Verwaltungsmitarbeiterinnen und Verwaltungsmitarbeiter, besonders aber an die Lehrerinnen und Lehrer und erfordert eine fruchtbare Zusammenarbeit zum Wohle aller Beteiligten. In diesem Sinn liegt die große Chance der katholischen Schule in der Erziehungsgemeinschaft, die einen Grundkonsens in der Glaubens- und Werteerziehung wie auch der Lebensorientierung anstrebt. Dies stellt ein überzeugendes Angebot in einer Zeit unübersichtlicher Lebensmuster für junge Menschen dar.

Dementsprechend hat die deutsche Bischofskonferenz sieben Thesen zum Selbstverständnis und Auftrag katholischer Schulen verfasst:

1. Katholische Schulen stehen für Erziehung und Bildung um des Menschen willen und grenzen sich gegen ein funktionalistisches Bildungsverständnis ab.

2. Katholische Schulen regen zur Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen an und bieten Raum zur Begegnung mit Gott.

3. Katholische Schulen sind Orte der Kirche und haben teil an ihrer pastoralen Sendung.

4. Katholische Schulen befähigen die Schülerinnen und Schüler zu ethischer Reflexion und ermutigen sie zur Entwicklung einer werteorientierten Haltung und zu verantwortlicher Weltgestaltung.

5. Katholische Schulen leisten einen Beitrag zu mehr Teilhabe und Gerechtigkeit in der Gesellschaft.

6. Katholische Schulen sind Orte des Dialogs und der menschlichen Gemeinschaft in Vielfalt.

7. Mit ihren Katholischen Schulen nimmt die Kirche ihre Erziehungs- und Bildungsverantwortung im Rahmen der von der Verfassung gewollten Vielfalt des Schulangebots wahr.

Malteser Spirit Beauftragte.

An jeder Schule ist eine Lehrkraft als Malteser Spirit Beauftragte benannt. Diese Funktionsstelle ermöglicht es, gezielt und verstärkt die Grundsätze und die Spiritualität der Malteser in den Schulalltag zu bringen. Zum Aufgabenspektrum gehören:

  • die Entwicklung und Durchführung von Unterrichtseinheiten zu Geschichte, Arbeitsbereichen, Werten und Spiritualität der Malteser,
  • die Mitvorbereitung von Gottesdiensten,
  • die Information aller Erwachsenen in der Schule (Lehrkräfte, weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Eltern) über die Malteser und deren Spiritualität und
  • die Organisation von Angeboten, wie z.B. Einkehrtage für die Lehrkräfte, Einführung neuer Mitarbeitender.

Kultur

Sorge für die Seele. In den letzten Jahren sind gemäß dem Anspruch an eine gute Schulkultur verschiedene Haltungen, Projekte und Aktivitäten angestoßen und umgesetzt worden, die unter dem Leitwort „Sorge für die Seele“ zusammengefasst werden. Dazu gehören: Frisch zubereitetes Mensaessen, Schulpsychologie, Seelsorge/Spiritualität, Talentsuche/Berufsorientierung, Umgang mit Medien, Systemische Schule, Umgang mit (sexualisierter) Gewalt.

Diese Themen sind zentral für eine Schule, die gleichwertig neben das Zusammenlernen das Zusammenleben stellt. Die Schule, in der viel Zeit verbracht wird, soll ein Ort sein, an dem sich alle heimisch fühlen können. Die „Sorge für die Seele“ richtet sich daher nicht nur an Schülerinnen und Schüler sondern auch an Lehrkräfte, weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Eltern. Nach und nach entwickeln wir, die Malteser Werke, hierzu mit den Schulen gute Vorgehensweisen.

Ein erster großer Schritt hin zu einer „Sorge für die Seele“ war 2015 der Einsatz eigener Schulpsychologinnen und Schulpsychologen. 20 Stunden in der Woche beraten sie alle Zielgruppen in der Schule (Einzelgespräche, Klasseneinheiten, Mitarbeit im Beratungsteam). Die beiden Psychologinnen und der Psychologe sind untereinander vernetzt und treffen sich regelmäßig zum Austausch, der vom Träger begleitet wird. Diese Besonderheit der Malteser Schulen wird sehr stark angenommen und positiv hervorgehoben.

Momentan steht das Thema Talentsuche/Berufsorientierung im Fokus. Hier tauschen die Schulen ihre Ideen untereinander aus, vernetzen sich und vereinheitlichen ihre Vorgehensweise in verschiedenen Punkten.
 

Schule atmosfairisch. Schulatmosphäre wird erfahrungsgemäß besonders geprägt durch: 1. eine offene, positive Sprache 2. klare Verhaltenserwartungen sowie durch 3. stabile, vertrauensvolle Beziehungen. Diese Punkte nimmt das Programm „Schule atmosfairisch“ mit allen Gruppen in der Schule in den Blick und initiiert Veränderungen. Stark werden für ein gutes Schulklima – das ist der Ansatz des seit 2008 bei den Maltesern entwickelten und umgesetzten Programms. Neben der klassischen Prozessbegleitung zur Entwicklung von gesamtschulischen Strategien in den Bereichen Soziales Lernen, Klassenmanagement und Mobbingprävention werden Workshops und Fortbildungen angeboten. Erfahrene Trainerinnen und Trainer begleiten Schulen, um atmosphärische Veränderungen in der Schule anzustoßen und im Alltag umzusetzen.

Die vielfältigen Erfahrungen aus der praktischen Arbeit mit verschiedensten Schulen in NRW und Sachsen-Anhalt fließen in die Organisationsentwicklung unserer eigenen Schulen maßgeblich mit ein.

 

digilog. Digitale Medien werden in der Arbeitswelt und im privaten Gebrauch und damit auch in Schulen immer wichtiger. In den letzten Jahren sind auch innerhalb der Einrichtungen der Malteser Werke immer stärker Fragen zum Umgang mit digitalen Medien diskutiert worden. Die Malteser Werke möchten sich dieser wichtigen Diskussion stellen, Standpunkte entwickeln und dazu Aktivitäten in ihren Einrichtungen umsetzen. Dazu wurde im Jahr 2015 das Format „digilog“ in der Abteilung Schule entwickelt.

Die Mischung aus den Wörtern „analog“ und „digital“ drückt die Vermischung dieser beiden existierenden Welten aus. Für Schulen bedeutet dies, dass es z.B. nicht nur Unterricht zu digitalen Medien bedarf, sondern auch die Didaktik von ihnen geprägt werden sollte. Im November 2016 haben die Malteser Werke den ersten großen Fachtag „#digilog16 – Umgang mit digitalen Medien in Bildung und Erziehung“ veranstaltet. In 2017 wurden in einigen Einrichtungen der Jugendhilfe, den Schulen und Ganztagseinrichtungen Prozesse gestartet, um Medienkonzepte zu erstellen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sensibilisieren. Im April 2018 wird der 2. Fachtag „#digilog18“ stattfinden. Inhaltlich wird es um die KMK-Strategie (12/2016) und die praktische Umsetzung in Schule und Jugendhilfe gehen.